Plácido Domingo ist Sänger, Dirigent und einer der erfolgreichsten Musiker unserer Zeit.
Er hat 140 verschiedene Opernpartien gesungen, mehr als jeder andere Tenor in der Geschichte der Oper und ist mehr als 3600 Mal aufgetreten. Sein breites Repertoire umfasst Werke von Mozart bis Verdi, von Berlioz bis Puccini, von Wagner bis Ginastera. Er singt in jedem wichtigen Opernhaus der Welt und hat eine unvergleichlich große Anzahl von CDs aufgenommen. Unter seinen mehr als 100 Einspielungen von kompletten Opern, Zusammenstellungen von Arien und Duetten sowie Crossover-Projekte befindet sich eine Sammlung der Deutschen Grammophon mit allen Verdi-Arien für Tenor und ein EMI Album mit Wagner-Partien, die Domingo noch nicht auf der Bühne gesungen hat: Siegfried sowohl in »Siegfried« als auch in der »Götterdämmerung« und Tristan in einer Gesamteinspielung von »Tristan und Isolde«. Seine Arbeit in Aufnahmestudios hat Domingo zwölf Grammys eingebracht, darunter drei Latin Grammys. Neben über 50 Musikvideos wirkte er bei drei Opern-Filmen mit – »Carmen«, »La traviata« und »Otello«. Seine Fernsehübertragung von »Tosca« an den Originalschauplätzen in Rom wurde von mehr als eine Milliarde Menschen in 117 Ländern gesehen.
Im Jahr 2008 ist Domingo bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Peking vor einem Fernsehpublikum von geschätzt fast zwei Milliarden Zuschauern weltweit aufgetreten. Rekordbrechende 21 Mal eröffnete er die Spielzeit der Metropolitan Opera und hat damit bereits 1999 den vorherigen Rekord von Enrico Caruso mit 17 Eröffnungspremieren gebrochen. Er hat bereits sein 40-jähriges Bühnenjubiläum an der Wiener Staatsoper, der Scala und der Arena di Verona gefeiert und wird bald seine 45. Saison an der Metropolitan Opera beginnen.
Als Dirigent trat Domingo bei 500 Opernvorstellungen und Symphonischen Konzerten unter anderem an der Metropolitan Opera, der Covent Garden Opera, der Wiener Staatsoper, der LA Opera, mit dem Chicago Symphony Orchestra, den Wiener Philharmonikern, dem Montréal Symphony Orchestra, der National Symphony, dem London Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und den Berliner Philharmonikern in Erscheinung.
1993 gründete Domingo den jährlichen, internationalen Gesangswettbewerb Operalia, der 2012 in Peking ausgetragen wurde und 2013 in Verona stattfinden wird.
Plácido Domingo, dessen Eltern Zarzuela-Darsteller waren, wurde 1941 in Madrid geboren, zog jedoch als Kind nach Mexiko. Er trat in das Mexiko-City-Konservatorium ein, um Klavier und Dirigieren zu studieren, ging aber letztendlich zum Gesangsunterricht über, nachdem seine Stimme entdeckt worden war. Sein Operndebüt gab er 1961 in Monterrey als Alfredo in »La traviata« und verbrachte dann zweieinhalb Jahre an der Israel National Opera, wo er 280 Vorstellungen in zwölf unterschiedlichen Rollen sang. 1966 gestaltete er die Titelpartie in der amerikanischen Erstaufführung von Ginasteras Don Rodrigo an der New York City Opera, während er dort auch im Standartrepertoire zu sehen war. Sein Debüt an der Metropolitan Opera kam 1968 als Maurizio in »Adriana Lecouvreur«. Anschließend hat er dort in mehr als 650 Vorstellungen fast 50 unterschiedliche Partien gesungen und nähert sich, seine zahlreichen Einsätze als Dirigent eingeschlossen, bald seinem 800ten Auftritt an der Metropolitan Opera.
Regelmäßig tritt er an allen bedeutenden Opernhäusern auf wie der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, dem Covent Garden in London, der Pariser Bastille Opera, der San Francisco Opera, der Chicago Lyric Opera, der Washington National Opera, der Los Angeles Opera, der Liceu in Barcelona, der Colon in Buenos Aires, dem Teatro Real in Madrid sowie bei den Bayreuther und Salzburger Festspielen.
Obwohl Domingo keine Ambitionen hat wirklich ins Bariton-Fach zu wechseln, fügte er 2009 die Titelpartie aus »Simon Boccanegra« zu seinem Repertoire hinzu und trat damit an der Metropolitan Opera, der Scala, dem Covent Garden sowie in Madrid, Berlin und Los Angeles auf. Im August 2010 präsentierte er bei einem Konzert in Peking die neu in sein Repertoire aufgenommene Titelrolle aus »Rigoletto«. Diese Partie sang er im September auch für das italienische Fernsehen in einer live Übertragung von »Rigoletto« aus Mantua, wo die Oper spielt. Diese Aufzeichnung wurde auch im amerikanischen Public Broadcasting Service gezeigt. Weitere Auftritte in 2010 schlossen die Partie des Pablo Neruda in der Uraufführung von Daniel Catáns »Il Postino« in Los Angeles ein, die sowohl für Fernsehübertragungen als auch zur DVD-Veröffentlichung gefilmt wurde und Folgevorstellungen in Wien, Paris und Santiago mit sich zog. Für 2013 sind weitere Vorstellungen in Madrid geplant.
Seinen 70. Geburtstag feierte er mit einem Gala-Konzert in seiner Heimatstadt Madrid, dem die spanische Königin beiwohnte.
Im April 2012 gab er sein Debüt als Athanaël in Massenets »Thaïs« in Valencia. In der Spielzeit 2012/13 präsentiert er zwei neue Rollen in seinem Repertoire: Francesco Foscari in »I Due Foscari« sang er in Los Angeles im September 2012 und in Valencia im Januar/Februar 2013, die Baritonpartie des Germont in »La traviata« wird er im März während seiner 45. Saison an der Metropolitan Opera geben.
Seine neue Crossover CD »Songs« ist kürzlich bei Sony erschienen.