

So ganz allgemein haben wir ja schon länger das unbestimmte Gefühl, dass es so nicht weitergeht, dass sich jetzt mal wirklich und im Ernst was ändern muss. Und überhaupt begegnet einem der Ernst in letzter Zeit immer öfter, vor allem in der Kunst hat er schon regelrechte Führungsqualitäten entwickelt und ist zur Leitfigur geworden, hyperaktivistisch und superengagiert.
Jetzt soll sich der Ernst mal ausstellen und vorstellen und sagen, was wir uns nur denken. Wir schreiben mit und schreiben ab, was er uns so vorschreibt, der Ernst, unser großer Diktator, der die Kunst beherrscht. Die sozial engagierte, die nachhaltige, die forschungsgeleitete, die im öffentlichen Raum sowieso, die relevante, die kritische, die, die um ihn und endlich nicht mehr um sich selber kreist, die, die endlich Antworten liefert, statt immer bloß Fragen zu stellen.
Wir setzen ihm ein Denkmal, na ja, fast schon einen Themenpark, eine ganze Erlebniswelt. Nichts anderes hat er sich verdient! Jetzt Wird's Ernst! durchkreuzt, verrückt, missachtet alle Grenzen, jedenfalls die zwischen Installation, Aufführung, Kurzgeschichte.